Schwarz auf (und) weiß

Bericht von Paul Schmid

Die Spielzeit 2022/ 2023 hat begonnen. Nach den ersten Begegnungen darf festgehalten werden, dass sich unser SVW aktuell in der Liga durchaus schwer tut. Es ist nicht so einfach, an die Begegnungen der erfolgreich gestalteten Vorsaison anzuknüpfen. Was insbesondere daran liegen könnte, dass sich die zentrale Achse – Torwart, Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldmann – neu bilden musste. Für Torhüter Johannes Bohner, welcher künftig wieder für die zweite Mannschaft aufläuft, konnte mit Axigia Maiejoe ein talentierter Ersatz gefunden werden. Nach dem Spiel gegen Hochdorf/ Muttensweiler steht jedoch wieder Ivan Baric zwischen den Pfosten. Für Simon Weber rückte Martin Maucher in die zentrale Verteidigerposition. Den Platz vor der Abwehr nimmt Julian Köberle ein.

Bedingt durch diese Veränderungen kann die Abwehr noch nicht eingespielt und auf einander abgestimmt sein. So treibt die eine oder andere Situation den Puls bei den Zuschauern in Höhen, in welchen sonst nur noch die Adler fliegen. Wie auch immer, ich möchte an der Stelle die Prognose abgeben, dass der  SVW eine gute Mannschaft hat und man die notwendigen Punkte für eine gute Endplatzierung holen wird.

SVW – SV Mittelbuch                    0:3

Gleich am ersten Spieltag der Saison hatte sich der SV Mittelbuch in Winterstettenstadt vorgesellt. Die Gäste kamen als Direktabsteiger aus der Bezirksliga zurück in die Kreisliga A. Ein Absteiger aus einer höherklassigen Liga hat häufig die Vorstellung vorne mitzuspielen und peilt ggf. sogar einen direkten Wiederaufstieg an. Am ersten Spieltag werden Vorbereitung und Pokal abgeschüttelt. Man misst sich wieder im Wettbewerb um Tabellenplätze. Die Heimmannschaft erwischte einen gebrauchten Tag. Im Angriff blieben die zahlreich vorhandenen Möglichkeiten ungenutzt und in der Defensivarbeit wurden großzügig Gastgeschenke verteilt. Doch der Reihe nach.

Der SVW kam anfangs gut in die Partie und erarbeitete sich mehrere gute Chancen durch Oliver Zeh und Lukas Baur. Anstatt jedoch die sich bietenden Möglichkeiten zum Torerfolg zu nutzen, wurden diese leichtfertig, teils überhastet und voreilig, vertan. Im Gegenzug machten es die Gäste besser und arbeiteten erfolgreich nach dem Minimalprinzip. Mit geringstmöglichen Angriffsbemühungen wurde das Ziel des Auswärtssieges erreicht.

Ein Doppelschlag der Gäste führte zur 2:0 Halbzeitführung. Auch nach dem Pausenwechsel zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Der SVW war erfolglos bemüht zum Anschlusstreffer zu kommen. Das Tor zum 3:0 machte der SV Mittelbuch. Mit dem dritten Treffer war dem geneigten Zuschauer klar, dass die Begegnung gelaufen war. So musste die Heimmannschaft, gleich am ersten Spieltag, schmerzlich erfahren, das Fußball eine ergebnisorientierter Sport ist.

SGM Rot/ Haslach – SVW                            4:3

Nur eine Woche später hatte der SVW die Möglichkeit die unnötige Niederlage gegen Mittelbuch zurechtzurücken. Die Heimmannschaft liegt dem SVW jedoch nicht! So wurden in der vergangenen Spielzeit beide Begegnungen verloren. Und auch in den Jahren zuvor kamen meist Niederlagen zustande.

Durch einen Doppelschlag von Oliver Zeh hatte sich der SVW bis zur Halbzeitpause eine scheinbar beruhigende 2:0 Führung erarbeitet. Den Anschlusstreffer kurz nach der Pause beantwortete Julian Maucher mit seinem Treffer zum 3:1 Zwischenstand.

In Folge der scheinbar sicheren Führung ließ sich der SVW überrumpeln. Die Spieler ließen jeglichen roten Faden vermissen und die Fehler im Abspiel häuften sich. Die keineswegs übermächtigen Gastgeber bemerkten die aufkommende Verunsicherung unserer Mannschaft und kamen zum 3:3 Ausgleich. Mit dem Abpfiff erzielten die Gastgeber dann noch das 4:3.

Das man den (sicheren) Sieg abgegeben hatte, in der Schlussminute dann noch die Punkteteilung verspielt, ist kausal ein Produkt der neu geordneten Mannschaft. Es ist sicher erst einmal enttäuschend, dass die Partie noch aus der Hand gegeben wurde und mit einer Niederlage endete. Aus dieser Situation der Enttäuschung muss die Mannschaft lernen und die richtigen Schlüsse ziehen. An solchen Ereignissen gilt es zu wachsen und mit zunehmender Erfahrung gilt es, diese Entwicklung künftig zu vermeiden.

SVW – SV Kirchdorf                        5:3

Der Gast aus dem Illertal wird, bedingt durch die Platzierung im Vorjahr, als mögliches Kellerkind angesehen. Diese Einschätzung kann noch so mancher Mannschaft zum Verhängnis werden. Denn Kirchdorf präsentierte sich in Winterstettenstadt als Team, welches klug und clever agiert und auch die sich bietenden Möglichkeiten im Angriff gerne annimmt und erfolgreich abschließt.

Beide Mannschaften machten zahlreiche Fehler in der Defensivarbeit. Es ging teilweise wild hin und her und so erklärt sich auch das nicht alltägliche Endergebnis. Der Führungstreffer von Oliver Zeh in der Anfangsphase der Partie hatte nicht lange Bestand. Die Gäste kamen rasch zum Ausgleich. Mitte der ersten Spielhälfte brachte Lukas Baur, in der für ihn typischen Art und Weise, clever und elegant den SVW abermals in Führung. Als kurz nach der Halbzeitpause der SVW durch einen Treffer von Oliver Zeh und einem weiteren Treffer von Andreas Ruß auf 4:1 erhöhte wähnte man sich bei der Heimmannschaft schon auf der Siegesstraße. Die Gäste konnten im direkten Gegenzug jedoch auf 4:2 verkürzen und schafften auch noch den Anschlusstreffer zum 4:3. In Folge begann das große Zittern bei der Heimmannschaft, da Kirchdorf mehrfach dem Anschlusstreffer nahe war. Erst der überragend aufgelegte Oliver Zeh beendete diese hektische Phase mit seinem dritten Treffer im Spiel. Dieser wichtige Treffer markierte auch den Endstand zum 5:3. Durch die konsequente Chancenauswertung bleiben die drei Punkte verdientermaßen in Winterstetten.

SGM Hochdorf Muttensweiler – SVW    2:1

Der geneigte Leser des Winterstetters, wie auch die treuen Anhänger des SVW, mögen bitte Verständnis aufbringen, dass an der Stelle kein Bericht über die Partie erscheint. Auch wenn über Tatsachen berichtet und geschrieben wird, könnten diese, auch wenn sie wahr sind, beleidigenden Charakter erwecken. Aus diesem Grund wurde von mir die Entscheidung getroffen, dass an dieser Stelle eine reine Sachstandsinformation ausreichen muss, wie folgt:

Das Derby endete mit einer 2:1 Niederlage. Das Tor zur zwischenzeitlichen 1:0 Führung für den SVW erzielte Fabio Christ.

SVW – SV Bellamont                      4:3

Die Heimmannschaft startet gut in die Partie. Bereits in der dritten Minute erzielte Markus Ruß den frühen Führungstreffer. Mit feiner Schusstechnik landete sein Fernschuss unhaltbar im Eck. Doch bereits in der 16. Minute konnten die Gäste, nach einem Abstimmungsfehler in der Innenverteidigung, ausgleichen. In diesem Rhythmus ging es weiter. Bereits in der 18. Minute verwandelte Lukas Baur einen, an Oliver Zeh verschuldeten, Foulelfmeter. Und wiederum 2 Minuten später, in der 20. Spielminute, glichen die Bellamonter Spieler erneut zum 2:2 aus. In Folge verflachte die Partie, Torchancen blieben bis zur Halbzeitpause aus. So blieb es in der ersten Hälfte beim Unentschieden.

Die Gäste kamen engagiert aus der Kabine und bestimmten die Anfangsminuten der zweiten Halbzeit. Der SVW hatte in dieser Phase das Glück des Tüchtigen und hatte einige kritische Szenen zu überstehen. Die zwei Schlüsselszenen waren dabei, dass der Top Torjäger der Bellamonter freistehend einen Kopfball neben das Tor setzte. Und die andere Szene war, dass sein Schuss aus kurzer Distanz vom Winterstetter Torhüter Ivan Baric entschärft wurde. Wer seine Möglichkeiten nicht nutzt, wird bestraft, so sagt es ein Sprichwort im Fußball. Ein Entlastungsangriff nutzte der unermüdlich agierende Niklas Müller zur 3:2 Führung. Die Gäste öffneten die Abwehr und der SVW kam zu weiteren Möglichkeiten. So wurde Oliver Zeh im Strafraum „abgeräumt“. Anstatt jedoch auf Strafstoß zu entscheiden, wertete der Unparteiische die Szene als normale Spielhärte. Doch Oliver Zeh sollte auch in dieser Begegnung ein Tor bekommen. Nachdem er sich im Strafraum technisch fein durchgesetzt hatte, hämmerte er den Ball in den Winkel des langen Ecks.

Die Gäste gaben jedoch nicht auf und konnten kurz vor Spielende noch auf 4:3 verkürzen. Das war es dann aber auch. Der SVW konnte einen, in der frühen Phase der Saison, enorm wichtigen Heimsieg einfahren und kann nun die anstehenden Begegnungen ohne Druck angehen.

FC Wacker Biberach – SVW                          0:2

Mit 13 Punkten aus den bisherigen Partien war der FC Wacker Biberach noch ungeschlagen und rangiert derzeit auf dem ersten Tabellenplatz. 18 Tore, mehr Treffer erzielte kein anderes Team der Kreisliga A1. Der Gastgeber wies in der bisherigen Saison die stolze Bilanz von vier Erfolgen, einer Punkteteilung und keiner einzigen Niederlage vor. Am letzten Spieltag erreichte Wacker, im Spitzenspiel gegen Tannheim, dann ein 4:4 Unentschieden. Beim SVW drückte der Schuh bisher in der Defensive. Hier stehen bereits 15 Gegentore in den Büchern. Das offensivstärkste Team der Liga misst sich demzufolge mit dem Defensivschwächsten. Die Vorzeichen waren im Vorfeld somit klar verteilt.

Aber das sind nur Statistiken. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Und hier machten die SVW Spieler ziemlich viel richtig. Wer über den Spielverlauf informiert sein möchte, dem kann an dieser Stelle die Homepage des Gastgebers empfohlen werden. Mit fußballerisch fundiertem Blick auf das Spiel wird klar und deutlich beschrieben, was Sache war.

Auf der Homepage des FC Wacker ist zu lesen: „Blutleerer Auftritt: Spielerisch und kämpferisch ganz schwach“. Einziger Widerspruch gegenüber der Sichtweise des FC Wacker ist, dass Wacker vielleicht doch nicht so schwach war, wie vorgetragen. Man kann es auch so sehen; dass es vielmehr der SVW war, der an diesem Tage so gut war und der Heimmannschaft den Zahn zog. Wichtig im Spiel war die Torfolge, welche den SVW in seiner Spielweise begünstigte. Es tut dem eigenen Spiel einfach gut, wenn man selbst in Führung geht. An diesem Tage war es Fabio Christ, welcher das 1:0 für den SVW besorgte. Letzte Zweifel am Erfolg erledigte Markus Ruß mit seinem Treffer zum 2:0. In Folge ließ sich der SVW den Auswärtssieg nicht mehr nehmen und brachte die Partie, ohne Gegentreffer, ins Ziel.

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